Die Schwitzhütte verbindet die Kräfte der vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, die vier Himmelsrichtungen Osten, Süden Westen und Norden sowie den Himmel, in den indianischen Traditionen als Großvater verehrt, und die Erde als Großmutter. Sie lässt uns eine Ahnung davon bekommen, dass wir alle Teil eines großen Organismus, eines großen Ganzen, sind – auf wundersame Weise verbunden mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen, Bäumen, Steinen... mit allem Sichtbaren und Unsichtbaren. 

Schwitzhüttenrituale gehören zu den besonders kraftvollen Zeremonien verschiedener Kulturen und Traditionen. Auch unsere Vorfahren, die Kelten und Germanen, kannten die Schwitzhütte in einer Form, die den besonders kraftvollen Zeremonien der nordamerikanischen Prärieindianer sehr ähnelt und als eine der ältesten traditionellen Heilweisen und Zeremonien der Welt gilt. 

Für die Natives war sie eine der Möglichkeiten zur Reinigung des Körpers. Daneben sollte sie, ähnlich unserer heutigen Sauna, der Gesunderhaltung des Körpers und der Heilung diverser Erkrankungen dienen, aber auch auf Zeremonien zur Klärung von Körper, Geist und Seele vorbereiten. Mittlerweile gibt es viele andere und sicher auch komfortablere Wege, sich körperlich zu reinigen und dabei so ganz nebenbei mit sich selbst ins Reine zu kommen. 

Die Teilnahme an einer Schwitzhütte jedoch kann innere Klarheit schaffen und tiefere Bewusstseinsebenen berühren, sie kann Neues gebären oder etwas Altes abschließen helfen. Mit der Schwitzhütte schaffen wir einen Raum, der es uns erlaubt, innezuhalten und Abstand zu bekommen von unserem geschäftigen Alltag. Zugleich sind wir eingeladen, Gemeinschaft zu erfahren, unsere Ängste, Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen, Enttäuschungen loszulassen und aufgefordert, mehr in unseren Körper und in unser Herz zu kommen, der Erde zu gedenken und durch Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens Stille und Frieden in uns zu erfahren.